Die Offenbarung
גְּאוּלָּה
Wenn die Welt weiß, wo sie ist
Haschem wird in Zukunft nicht Einer. Seine Einheit wird offen wahrgenommen.
Nichts Neues trifft ein
Klassische Quelleוְהָיָה ה׳ לְמֶלֶךְ עַל כָּל הָאָרֶץ בַּיּוֹם הַהוּא יִהְיֶה ה׳ אֶחָד וּשְׁמוֹ אֶחָד
Und der Ewige wird König sein über die ganze Erde; an jenem Tag wird der Ewige Einer sein und Sein Name Einer.
Es ist leicht, die messianische Verheißung als Rettung zu lesen: eine sich selbst überlassene Welt und dann, am Ende, ein Eingriff von außen.
Die Quellen beschreiben etwas anderes, und der Unterschied ist keine Kleinigkeit. Haschem wird nicht Einer. Die Schöpfung beginnt nicht, von Ihm abzuhängen. Die Welt wird nicht göttlich.
Was sich ändert, ist die Wahrnehmung — nicht im schwachen Sinne einer Meinungsänderung, sondern im starken Sinne, dass die Verhüllung, die das Exil ausmacht, aufgehoben wird. Der Vers bei Secharja sagt בַּיּוֹם הַהוּא יִהְיֶה ה׳ אֶחָד וּשְׁמוֹ אֶחָד — an jenem Tag wird Sein Name einer sein, das heißt: die Weise, in der Er erkannt wird, wird endlich dem entsprechen, wie Er ist.
Die Geula erschafft die göttliche Einheit nicht. Sie offenbart sie.
Die Erde erfüllt von Erkenntnis
Klassische Quelleכִּי מָלְאָה הָאָרֶץ דֵּעָה אֶת ה׳ כַּמַּיִם לַיָּם מְכַסִּים
Denn die Erde wird erfüllt sein von der Erkenntnis des Ewigen, wie Wasser das Meer bedeckt.
Jeschajahu beschreibt den messianischen Zustand als die Erde, erfüllt von דֵּעָה אֶת ה׳, wie Wasser das Meer bedeckt, und das Bild ist auf eine Weise genau, die leicht zu übersehen ist.
Wasser bedeckt einen Meeresgrund nicht so, wie ein Tuch einen Tisch bedeckt. Der Meeresgrund wird nicht durch eine Zutat verborgen; er ist ein Meeresgrund, und das Wasser ist das, worunter er liegt. Der Vergleich sagt, dass Erkenntnis G-ttes nicht etwas sein wird, das die Welt empfängt, sondern etwas, worin die Welt ist.
Deshalb behandelt der Rahmen Da'at als Angelpunkt der ganzen Darstellung. Da'at ist Erkenntnis als Bindung. Die messianische Verheißung ist keine allgemeine Information über G-tt. Sie ist allgemeine Verbundenheit.
Durchlässig, nicht aufgelöst
Chassidische EntwicklungEine Klarstellung ist hier wesentlich, denn die Alternative ist ein schwerer Irrtum.
Die Welt wird nicht göttliches Wesen. Die Schöpfung wird nicht aufgesogen, nicht getilgt und nicht als Illusion entlarvt. Materie bleibt Materie, ein Mensch bleibt ein Mensch, und die physische Welt bleibt physisch wirklich.
Was sie wird, ist durchlässig für den göttlichen Zweck. Derselbe Gegenstand, derselbe Leib, dieselbe Straße — nur nicht länger sich selbst als selbsterklärend darbietend.