Ein Sof

אֵין סוֹף

EIN SOF

Das Unendliche ohne Ende

Jenseits jeder Grenze. Gegenwärtig in jeder Welt.
Der Eine, von dem alles Dasein sein Sein empfängt.

Eine toragemäße, kabbalistische und chassidische Erkundung der Unendlichkeit, der Verhüllung, der Offenbarung, der Schöpfung und des Wohnens des Göttlichen in der untersten Welt.

אַתָּה הוּא חַד וְלָא בְחֻשְׁבָּן

Du bist Einer, doch nicht nach der Zahl.

Tikkune Sohar, Petach Elijahu

לֵית מַחֲשָׁבָה תְּפִיסָא בָּךְ כְּלָל

Kein Gedanke erfasst Dich überhaupt.

Tikkune Sohar, Petach Elijahu

Ein Sof beschreibt kein göttliches Wesen, das irgendwo jenseits des Universums verortet wäre. Der Begriff bezeichnet das Zusammenbrechen jeder Grenze, mit der endliches Bewusstsein den Schöpfer zu fassen versucht.

Die Einheit, von der hier die Rede ist, ist nicht die kleinste Zahl einer Reihe. Sie ist das Fehlen jeder Reihe überhaupt. Zu sagen, G-tt sei eins im gewöhnlichen Sinne, hieße bereits, Ihn unter die zählbaren Dinge zu stellen und damit unter die begrenzbaren. Die Weisen und die Kabbalisten greifen deshalb zu einer befremdlicheren Formulierung: einer, doch nicht nach der Zahl.

Darum spricht die Überlieferung von אֵין סוֹף — wörtlich ohne Ende — und nicht von einem unendlich großen Wesen. Der Ausdruck ist keine Maßangabe. Er ist eine Verweigerung des Maßes.

  • עַצְמוּת

    Azmut

    Das göttliche Wesen, jenseits aller Beschreibung und selbst jenseits der Unterscheidung von endlich und unendlich.

  • אֵין סוֹף

    Ein Sof

    Die Sprache der göttlichen Grenzenlosigkeit — der Name für das Zusammenbrechen jeder Grenze.

  • אוֹר אֵין סוֹף

    Or Ein Sof

    Das unendliche göttliche Licht: Offenbarung, nicht Wesen. Das Gegebene, nicht der Gebende.

Dies sind weder drei Wesenheiten noch drei Stufen einer Skala. Es sind drei Weisen, in denen endliche Sprache sich dem nähert, was überhaupt keine Stufen kennt.

Das Studium

Neun Bewegungen eines einzigen Abstiegs

Der Essay lässt sich fortlaufend lesen oder über die folgenden Begriffskapitel betreten. Jedes Kapitel kennzeichnet klassische Quellen, spätere chassidische Entwicklung und den Deutungsrahmen jeweils gesondert.

Die Gestalt des Ganzen

Dunkelheit schafft Raum. Licht tritt ein. Die Welt empfängt. Das Licht kehrt zurück.

Der Aufbau dieser Website ist der Aufbau der Lehre selbst. Er beginnt in einer Grenzenlosigkeit, die keinen Halt bietet, geht durch eine Verhüllung, die Raum schafft, folgt einer einzigen bemessenen Linie in eine Welt, die sie aufnehmen kann, und endet im Inneren eines Hauses.

Am Ende trifft nichts Neues ein. Was sich am Schluss zeigt, ist das, was schon vor dem Anfang wahr war.

Durch die Kosmologie hinabsteigen

Eine Vorbemerkung

Ein Licht. Ein Wille. Ein G-tt. Verschiedene Weisen der Offenbarung.

Teile dieser Website lesen klassisches Material durch einen Deutungsrahmen, der Chawa-Kadmona-Perspektive genannt wird. Überall dort, wo dieser Rahmen die Arbeit leistet, ist er als solcher gekennzeichnet.

Der Rahmen behauptet weder eine zweite göttliche Macht noch eine göttliche Gefährtin, eine Göttin oder eine eigenständige Quelle. Auf der Ebene von Ein Sof gibt es kein Oben und Unten, keinen Gebenden und Empfangenden, kein Männliches und kein Weibliches. Diese Unterscheidungen entstehen erst innerhalb der Gewänder und Strukturen göttlicher Offenbarung.

Was der Rahmen anbietet, ist eine zweite Ausrichtung, von der aus dasselbe Licht gelesen werden kann: nicht nur, wie es herabsteigt und bestimmt, sondern wie es empfangen, getragen und zurückgegeben wird.

Chawa-Kadmona-Perspektive

אֵין עוֹד מִלְבַדּוֹ

Es gibt nichts außer Ihm.

Dewarim 4,35

Die Aufgabe ist nicht, dass das Endliche unendlich werde.
Die Aufgabe ist, dass das Endliche das Unendliche offenbare.

אין סוף